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In letzter Zeit werden wir des Öfteren gefragt, ob wir unsere Seriösität nicht zusätzlich noch mit einem Spendensiegel untermauern möchten. Schnell kommen wir dann im weiteren Gespräch auf das "Königssiegel" unter den Spendensiegeln zu sprechen. Dabei handelt es sich um das         "Gütesiegel DZI®"                                              des  Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen

Dieses Institut ist eine Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Berlin. Es handelt sich nicht um eine staatliche Behörde, wie z. B. das Finanzamt für Körperschaften, sondern es ist eine private Organisation, deren Träger allerdings staatliche Stellen sind:

  • Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • Der Senat von Berlin
  • Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag
  • Der Deutsche Städtetag
  • Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V.

Die Rechtsform „Stiftung“ suggeriert, dass es sich um eine gemeinnützige Organisation handeln würde. Zumindest die Abteilung für die Vergabe des Spendensiegels ist jedoch ein wirtschaftlicher Zweckbetrieb, also gewinnorientiert.

Die Aufgaben des DZI®

Der Stiftungszweck ist eine Sammlungs-, Forschungs- und Auskunftsstelle für das gesamte Gebiet der Sozialen Arbeit. In dieser Funktion prüft das DZI® Spenden sammelnde Organisationen, um Verbraucherschutzinteressen zu wahren. Dazu hat das DZI® umfangreiche Richtlinien aufgestellt. Wer diese einhält, bekommt das DZI® Spendensiegel.

                        Mittelverwendung

Hierzu gehört unter anderem, dass die Organisation ihre Mittel ausschließlich für die in der Satzung angegebenen Zwecke und die damit verbundenen notwendigen Werbe- und Verwaltungsausgaben einsetzt.

     Höhe der Verwaltungs- und Werbekosten

In den Richtlinien ist vermerkt, dass die Verwaltungs- und Werbekosten maximal 30 Prozent der Gesamtausgaben betragen dürfen. Das ist eine interessante Rechenmethode. Das Verhältnis von Ausgaben zu Einnahmen spielt offensichtlich keine Rolle. Viel interessanter für den Spender wäre aber die Angabe, wie viel Prozent seiner Spende tatsächlich bei „seinem“ Projekt ankommt. Die Verwaltungs- und Werbekosten sind ja schließlich nicht die einzigen Ausgaben, die nicht beim Projekt ankommen.

                           Transparenz

Die Organisation muss zur Erlangung des DZI® Spendensiegels jährlich seine Zahlen für die Öffentlichkeit zugänglich machen, also auf der eigenen Webseite veröffentlichen. Diese Buchhaltung muss nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung gebucht sein. Der Rechnungslegung müssen detailliert die vorgenannten Verwaltungs- und Werbungskosten zu entnehmen sein.

            Kosten des DZI® Spendensiegels

Für die erstmalige Prüfung müssen 750,00 EUR zuzüglich 0,035 % der Gesamteinnahmen zuzüglich 19 % Umsatzsteuer bezahlt werden. In den Folgejahren sind es dann 500 EUR zuzüglich 0,035 % der Gesamteinnahmen zuzüglich 19 % Umsatzsteuer. Eine große Organisation, wie z.B. das Deutsche Rote Kreuz bezahlt somit jährlich über 14.000 EUR für die Verwendung des DZI® Spendensiegels. Das sind jährlich 14.000 EUR  Spendengelder, die nicht beim satzungsmäßigen Zweck ankommen!

Sorgt das DZI® Spendensiegel wirklich für sichere Spenden?

Die Antwort muss leider nein lauten!

Nach Angaben des DZI® gehören momentan 260 Organisationen zu den geprüften Organisationen, die das DZI® Spendensiegel tragen dürfen, die sich also an die vorgenannten Richtlinien, die wir nur teilweise aufgeführt haben, halten.

Bei unseren Stichproben ist uns bei den größten deutschen Organisationen aufgefallen, dass der Punkt „Transparenz“ keineswegs so klar eingehalten wird, wie er gefordert wird. So ist bei vielen Organisationen nicht erkennbar, wie hoch die Verwaltungs- und Werbeausgaben detailliert sind. Somit ist auch nicht erkennbar, ob die Höchstgrenzen von 30 % eingehalten werden. Da die Transparenz aber wichtig ist, hätte diesen Organisationen das DZI® Spendensiegel nicht erteilt werden dürfen.

Daran erkennt man, dass es dem DZI® keineswegs um sichere und transparente Spenden, sondern lediglich um die – gewinnorientierte – Vermarktung ihres DZI® Spendensiegels geht. Dieser Verdacht erhärtet sich noch, wenn man erfährt, das ein Spendensiegel erst ab einem Jahresgesamtspendenvolumen von mindestens 25.000,- Euro beantragt werden kann! Kleinen Vereinen bleibt dieses angebliche Gütesiegel also verwehrt! Denen wird 100% Ehrlichkeit einfach unterstellt?! In unserem Downloadbereich finden Sie u.a. zwei interessante Berichte, indem dieses Institut nicht gut wegkommt. Es stellt sich auch die Frage, ob der Erwerb des DZI® Spendensiegels, der mit erheblichen Kosten verbunden ist, zu den notwendigen Werbe- bzw. Verwaltungsausgaben gehört.

Fazit

Ein DZI® Spendensiegel, welches nicht einhält, was es verspricht, ist nichts wert – schon gar nicht einen jährlichen Betrag zwischen 600 und 14.000 EUR (je nach Gesamteinnahme).

Wir als Verein haben seit unserer Gründung im Jahr 2006 unsere Finanzen ausschließlich den Steuerbehörden erklärt. Als kleiner Kulturverein, der keinerlei gezielte Spendenaktionen im Programm hatte, war das auch vollkommen ausreichend.

Da wir nun erstmals ab 2017 gezielte und dauerhafte Spendenaktionen für die Zukunft planen, werden wir eine Satzungsergänzung anstreben und diese auf Gemeinnützigkeit seitens des Finanzamts prüfen lassen.

Transparenz ist wichtig – gar keine Frage.

Deshalb veröffentlichen wir unsere künftigen Geschäftsberichte ab 2018, damit Sie frühzeitig sehen, was mit Ihren Spenden passiert.

 

Außerdem werden wir uns dem

anschließen und deren Selbstverpflichtung zur Transparenz gerne akzeptieren.

 

Uns ist es nur wichtig, dass Ihre Spendengelder weitestgehend dort ankommen, wo sie hingehören -nämlich bei unseren Projekten.

Wir danken allen Spendern und Sponsoren

von ganzem Herzen für ihre Unterstützung!

                                 Odessa